Konzeption der Oberschule Bad Essen

Bereits vor dem eigentlichen Beginn der Schulzeit in der Oberschule Bad Essen bereiten wir den Übergang von der Grundschule zur Oberschule vor. Wir führen für alle Viertklässler Grundschulbesuchstage durch. Die Grundschüler kommen als Klasse mit ihrem Klassenlehrer/ ihrer Klassenlehrerin zu uns in die Oberschule und nehmen am Unterricht des 5. und 6. Jahrgangs teil, haben die Möglichkeit ihre Fragen zu stellen, die Oberschulluft zu schnuppern und Schulgemeinschaft zu erleben. Alle Schüler, die verbindlich an der Oberschule angemeldet werden, werden vor den Sommerferien zu einem Kennenlerntag im Juni eingeladen.

Die Oberschule kooperiert mit den Grundschulen in Bad Essen, Lintorf und Wehrendorf durch gegenseitige Hospitationen, Informationsveranstaltungen, Absprachen im Hinblick auf methodisch- didaktische Bausteine sowie Abstimmungen zu fachlichen Vorgehensweisen und Inhalten.

Alle Erziehungsberechtigte der Grundschüler aus den Jahrgängen 3 und 4 werden jährlich zu einer Informationsveranstaltung in die Oberschule Bad Essen eingeladen, um sich über das Konzept der Oberschule Bad Essen zu informieren, die Räumlichkeiten kennen zu lernen sowie Fragen zu klären. Ausgehend von der Darstellung zur Schulstruktur in Niedersachsen wird die Stellung der Oberschule mit Blick auf mögliche Abschlüsse sowie Durchlässigkeiten thematisiert.

Am Einschulungstag starten wir mit einem Gottesdienst, der von Schülern des 6. Jahrgangs vorbereitet wird sowie einer Auftaktveranstaltung in der Aula.

In Jahrgang 5 beginnen wir mit einer Einführungswoche, die dem Ankommen und Eingewöhnen dient. Der Aufbau einer guten Klassengemeinschaft, das gegenseitige Kennenlernen und erste Bausteine im Bereich der Teamarbeit und der Methodik stehen im Mittelpunkt. Die Schüler werden an das Arbeiten mit den Wochenplänen und dem Lerntagebuch herangeführt. Wir achten auf eine intensive Klassenlehrertätigkeit und ein kleines Jahrgangsteam, damit die Beziehung zu den Schülern vielschichtig und gut aufgebaut werden kann. Die neuen Fünfklässler erleben in der OBS viel Neues, daher ist es gut, Ruhe über wenige Lehrer in die Klasse zu bringen. Absprachen und Regeln können so verbindlich eingefordert werden. Jede Klasse hat höchstens 28 Schülerinnen und Schüler. In den letzten Jahren hatten wir kleine Klassen mit etwa 22 Kindern. Eine Stunde pro Woche findet eine Verfügungsstunde statt, die Raum gibt für klasseninterne organisatorische oder pädagogische Inhalte. Unterstützt werden die Fünftklässler durch Patenschüler aus dem 8. Jahrgang.

Der Unterricht erfolgt in allen Fächern jahrgangsbezogen, d.h. die Schüler einer Klasse haben alle Fächer gemeinsam. Es gibt in Jahrgang 5 keine äußere Differenzierung. Der Unterricht wird so gestaltet, dass die Schüler angeregt und unterstützt werden, selbstständig und kooperativ zu lernen und zu arbeiten. Im Mittelpunkt stehen das individuelle Leistungsvermögen und Lernverhalten der Schüler. Das Leistungsniveau ist heterogen. Binnendifferenzierung ist notwendig, damit sowohl leistungsstarke Schüler gefordert als auch leistungsschwache Schüler gefördert werden. Es gibt Möglichkeiten der individuellen Förderung beim freien Arbeiten und Üben oder auch durch differenzierte Aufgabenstellungen. Mithilfe von Lernstandsanalysen klären wir die individuelle Lernausgangslage in Mathematik, Deutsch und Englisch. Eine Stunde pro Woche erfolgt in Englisch und Mathematik eine Doppelbesetzung, d.h. eine zweite Lehrkraft unterstützt zusätzlich durch Forder- bzw. Förderangebote. Des Weiteren findet am Ende des fünften Jahrgangs bzw. zu Beginn des sechsten Jahrgangs eine 3-tägige Klassenfahrt nach Clemenswerth statt, die der Stärkung der Sozial- und Teamkompetenzen dient. Diese fördern wir ebenfalls durch die Teilnahme an Programmen von „Games and Ropes“ in Bad Essen oder Kalkriese.

Die in Jahrgang 6 der OBS geltende Stundentafel sieht im Vergleich zu Jahrgang 5 einige Veränderungen vor. Ab Klasse 6 findet in Englisch eine Differenzierung in Fachleistungskurse statt. Am Ende der 5. Klasse erfolgt eine Kurszuweisung in Grundkurse (G-Kurse) oder Erweiterungskurse (E-Kurse). Die Schülerinnen und Schüler werden nach ihrer individuellen Leistungsfähigkeit und ihrer Arbeitsweise gefördert und gefordert. Auf der Grundlage der rechtlichen Vorgaben entscheidet die Klassenkonferenz auf Vorschlag des Fachlehrers über Kurszuweisungen und –umstufungen. Die Erziehungsberechtigten werden mit der Ausgabe der Zeugnisse über die Kurszuweisung informiert. Eine Umstufung kann zu jedem Halbjahr erfolgen.

Neben dem Pflichtunterricht wird ab dem 6. Schuljahr Wahlpflichtunterricht angeboten. Den Schülerinnen und Schülern wird die Wahl von Lernschwerpunkten (Französisch, naturwissenschaftlicher Schwerpunkt, gesellschaftswissenschaftlicher Schwerpunkt, musisch-kultureller Schwerpunkt) ermöglicht. Die Wahl erfolgt für ein Schuljahr. Die Leistungen im Wahlpflichtunterricht werden benotet und sind versetzungs- und abschlusswirksam. Es sind insgesamt 4 Stunden Wahlpflichtunterricht zu belegen. Französisch kann als zweite Fremdsprache gewählt werden. Die Belegung dieses Faches stellt eine Voraussetzung für einen Wechsel zum Gymnasium in der Sekundarstufe I (also in den Jahrgängen 6 bis 10) dar. Schülerinnen und Schüler, die in Mathematik und in Deutsch auf Grundkursniveau unterrichtet werden, erhalten verpflichtend eine zusätzliche Stunde in Mathematik und Deutsch. Die Teilnahme wird von der Klassenkonferenz festgelegt.

Der teilgebundene Ganztagsunterricht ist im 6. Jahrgang montags und donnerstags. Inhaltlich wird an einem Nachmittag das Fach „SOLE“ fortgeführt, an dem zweiten Nachmittag findet Fachunterricht statt.

Am Ende des 6. Schuljahrgangs erfolgt nach dem Grundsatzerlass für Oberschulen eine Rückmeldung an die Grundschule über den Schulerfolg ehemaliger Grundschülerinnen und -schüler. Wir informieren über den Leistungsstand in Mathematik, Deutsch und Englisch sowie über das Arbeits- und Sozialverhalten

In Jahrgang 7 der OBS erfolgt auch in Mathematik eine Differenzierung in Fachleistungskurse. Der teilgebundene Ganztagsunterricht ist im 7. Jahrgang montags und donnerstags. Inhaltlich wird an einem Nachmittag das Fach „SOLE“ fortgeführt, an dem zweiten Nachmittag findet Fachunterricht statt. Religion wird nicht mehr als Klassenunterricht durchgeführt, sondern es gibt ein verpflichtendes Kursangebot für katholische und evangelische Religion sowie für Werte und Normen.

Die Verfügungsstunde für klasseninterne organisatorische oder pädagogische Inhalte wird auch in den Jahrgängen 6 bis 8 beibehalten. Im 6. und 7. Jahrgang nehmen alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend an dem Zukunftstag teil.

Neuerungen in Jahrgang 8

Die Klassenlehrer wechseln im Jahrgang 8. Ab dem Jahrgang 8 ist neben den Fächern Mathematik und Englisch auch eine Fachleistungsdifferenzierung im Fach Deutsch verpflichtend. Die Kurszuweisung erfolgt nach den bekannten Kriterien. In Religion gibt es ein verpflichtendes Kursangebot für katholische und evangelische Religion sowie für Werte und Normen.

Der teilgebundene Ganztagsunterricht ist im Jahrgang 8 montags und dienstags. Inhaltlich wird montags im ersten Halbjahr während der SOLE-Zeit das Profil AC durchgeführt. Im zweiten Halbjahr gibt es ein AG-Angebot. Dienstags findet in den Nachmittagsstunden Fachunterricht statt.

Als berufsorientierende Maßnahme wird neben dem Profil AC im zweiten Halbjahr ein 10-tägiges Berufsfindungspraktikum durchgeführt.

Es wird verbindlich ein OBS-Planer für alle Schüler eingeführt, der zur Organisation (Stundenplan, Kalender Klassenarbeiten…) dient, insbesondere zum Notieren der Wochenpläne und Lernzeitaufgaben. Des Weiteren ermöglicht er den Informationsaustausch zwischen Eltern und Lehrern sowie die Persönliche Rückmeldung zum Arbeits- und Sozialverhalten.

Die Beratung zur individuellen Laufbahn und Entwicklung erfolgt im ersten Halbjahr im Auswertungsgespräch im Rahmen des Profils AC, in dem auch eine Profilempfehlung ausgesprochen wird. Darüber hinaus gibt es jahrgangsbezogene Informationsveranstaltungen am Ende des 1. Halbjahres zu den Schwerpunktsetzungen in den Jahrgängen 9 und 10 sowie den Zuteilungskriterien. Mit dem Halbjahreszeugnis erhalten die Schülerinnen und Schüler des 8. Jahrgangs eine Trendaussage zur Schwerpunktzuteilung und die Wahlunterlagen für den Jahrgang 9. Die endgültige Zuteilung erfolgt am Ende der 8. Klasse.

Am Ende des 1. Halbjahres wird im 8. Jahrgang eine alternative Zeugnisausgabe durchgeführt. Am letzten Schultag des ersten Halbjahres haben die Schüler des 8. Jahrgangs keinen Unterricht, sondern Schülersprechzeiten. Jeder Schüler bekommt innerhalb der ersten drei Stunden eine verpflichtende Gesprächszeit beim Klassenlehrer zur persönlichen Übergabe des Zeugnisses und Zielsetzung für das kommende Halbjahr (OBS-Planer). Eltern sind herzlich eingeladen.

Schwerpunktbildung nach Jahrgang 8

Die Einteilung folgt nach folgenden Kriterien und ist für die Jahrgänge 9 und 10 bindend:

Neuerungen in Jahrgang 9

Der Unterricht in Jahrgang 9 ist überwiegend jahrgangsbezogen. Der Klassenverband bleibt unabhängig von der Schwerpunktbildung weiterhin bestehen. Der Unterricht findet hier in den Fächern Biologie, Physik, Geschichte, Politik, Erdkunde, Wirtschaft, Sport und Verfügung statt. Ab Jahrgang 9 ist neben den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch auch eine Fachleistungsdifferenzierung im Fach Chemie verpflichtend. Die Kurszuweisung und eventuelle Kursumstufungen erfolgen nach den bekannten Kriterien.

Die Schülerinnen und Schüler wählen nach individueller Neigung entweder einen Kurs in Musik oder Kunst. Diese Wahl ist für die Jahrgänge 9 und 10 bindend. In Religion gibt es wie im Jahrgang 8 ein verpflichtendes Kursangebot für katholische und evangelische Religion sowie für Werte und Normen.

Alle Schülerinnen und Schüler im Jahrgang 9 absolvieren im Zuge der Berufsorientierung ein 10-tägiges Berufsfindungspraktikum. Dieses erfolgt verbindlich zwei Wochen vor den Herbstferien. Es werden zahlreiche Veranstaltungen zur Berufsorientierung (Berufsberatung, Bewerberfachtag, Bewerbertraining, Videocoaching, Infoabend „Schule und dann?“…) durchgeführt.

Berufspraktischer Schwerpunkt

Es gibt zwei jeweils zweistündige Wahlkursbänder in Jahrgang 9. Im ersten Wahlkursband bekommen alle Schülerinnen und Schüler des berufspraktischen Schwerpunktes jeweils eine zusätzliche Stunde in Mathematik und Deutsch (Förderkurs) und werden auf die Abschlussprüfung in Deutsch und Mathematik vorbereitet. Im zweiten Wahlkursband durchlaufen sie in einem Rotationsverfahren die berufspraktischen Module „Gesundheit und Soziales“, „Holzbearbeitung“ und „Metallbearbeitung“. Diese Module sind stark praxisorientiert. Die Lernzeit dient weiterhin zur individuellen Bearbeitung der aus dem Unterricht erwachsenden Aufgaben.

Profilierungsschwerpunkt

Es gibt zwei jeweils zweistündige Wahlkursbänder in Jahrgang 9. Im ersten Wahlkursband wählen alle Schülerinnen und Schüler des Profilierungsschwerpunktes ein Angebot nach individueller Neigung (Sport, Schülerfirma, Biologie, Französisch...). Im zweiten Wahlkursband wählen sie verbindlich für die Jahrgänge 9 und 10 einen Profilschwerpunkt. Es stehen die Profile „Französisch“, „Wirtschaft“, „Gesundheit und Soziales“ sowie „Technik“ zur Wahl. Französisch umfasst vier Stunden und ist eine Fortsetzung des in Jahrgang 6 begonnenen Fremdsprachenschwerpunktes. Die anderen Profile sind zweistündig. Alle Profile haben eine theoretische Schwerpunktsetzung im Gegensatz zu den Modulen im berufspraktischen Schwerpunkt. Die Lernzeit dient weiterhin zur individuellen Bearbeitung der aus dem Unterricht erwachsenden Aufgaben.

Der teilgebundene Ganztagsunterricht umfasst in Jahrgang 9 zwei Tage. In der SOLE-Zeit wählen die Schülerinnen und Schüler beider Schwerpunkte nach individueller Neigung zwischen verschiedenen Angeboten (beispielsweise Kesseböhmer, ZF Lemförder, Mediation, Tutorenausbildung, Mofa-Führerschein, Generationenwerkstatt).

Der OBS-Planer ist für alle Schüler verbindlich und dient wie im Jahrgang 8 zur Organisation (Stundenplan, Kalender, Klassenarbeiten…), insbesondere zum Notieren der Wochenpläne und Lernzeitaufgaben. Des Weiteren ermöglicht er den Informationsaustausch zwischen Eltern und Lehrern sowie die Persönliche Rückmeldung zum Arbeits- und Sozialverhalten. Die Beratung zur individuellen Laufbahn und Entwicklung erfolgt darüber hinaus an den Elternsprechtagen, am Informationsabend des Jahrgangs, Elternabenden der Klassen sowie individuellen Terminangeboten.

Neuerungen in Jahrgang 10

In Jahrgang 10 gibt es nur wenige Veränderungen. Die Schwerpunktbildung aus Jahrgang 9 ist auch in 10 bindend und die Klassenverbände bleiben erhalten. Die SOLE-Zeit erfolgt klassenintern und die Verfügungsstunde entfällt. Organisatorische oder pädagogische Inhalte werden in der SOLE-Zeit thematisiert. Im Berufspraktischen Bereich wählen die Schülerinnen und Schüler entweder das zweistündige Modul Technik (Holz und Metall) oder das zweistündige Modul Gesundheit und Soziales. Die Lernzeit entfällt in Jahrgang 10.

Alle Schülerinnen und Schüler nehmen verbindlich an den schriftlichen Abschlussprüfungen in Mathematik, Deutsch und Englisch teil sowie an der mündlichen Prüfung in einem weiteren Fach. An der Oberschule Bad Essen können alle Abschlüsse des Sekundarbereichs I erworben werden. Die Oberschule umfasst die Jahrgänge 5-10. Der Besuch des zehnten Jahrgang ist möglichst anzustreben.

Der Abschluss wird unabhängig von der Schwerpunktbildung in den Jahrgängen 9 und 10 vergeben. Entscheidend sind die Kursbelegungen (G- und E-Kurse), die Noten dieser Kurse, die Noten der anderen Fächer sowie die erfolgreiche Teilnahme an den zentralen Abschlussprüfungen.

Die Abschlussfahrt findet für alle Schülerinnen und Schüler in Jahrgang 10 statt.

Die oben beschriebene Konzeption unserer Oberschule macht deutlich, dass das individuelle Leistungsvermögen und Lernverhalten der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt steht.

Beginnend mit einer Orientierungsphase, individueller Schwerpunktsetzungen nach Interesse und Neigung, ergänzt durch eine zunehmende Differenzierung und später auch Profilierung erfahren die Schülerinnen und Schüler gestützt durch Forder- und Fördermaßnahmen sowie intensive individuelle Beratungen eine herausragende Schulausbildung.

Schülerinnen und Schüler werden in ihren Leistungsstärken gefordert und in schwächeren Bereich gefördert. Das bedeutet beispielsweise, dass ein mathematisch-naturwissenschaftlich starker Schüler in diesem Bereich auf der erhöhten Anforderungsebene (E-Kurse) arbeitet, jedoch bei Schwächen im sprachlichen Bereich keine zweite Fremdsprache belegen muss und in Deutsch oder Englisch auf dem Grundniveau arbeitet. Wer an der Oberschule Bad Essen keinen Französischunterricht belegt, kann mit dem Erweiterten Sekundarabschluss I die Oberstufe eines allgemeinbildenden Gymnasiums, eines beruflichen Gymnasiums oder einer Gesamtschule besuchen und dort mit der zweiten Fremdsprache starten. Wir bieten in der Oberschule Bad Essen jeder Schülerin und jedem Schüler entsprechend der individuellen Leistungsfähigkeit und Neigung die Möglichkeit, durch die Abschlussqualifizierung den persönlichen Bildungsweg berufs- oder auch studienbezogen fortzusetzen.

Alle Schülerinnen und Schüler nehmen verbindlich an den schriftlichen Abschlussprüfungen in Mathematik, Deutsch und Englisch teil sowie an der mündlichen Prüfung in einem weiteren Fach.